Wundreinigung

Wundreinigung

Mit der Wundreinigung sollen störende Wundbestandteile, unter Erhalt und Schutz von neu eingewachsenem Gewebe, aus der Wunde entfernt werden.

Wundreinigung

Abgestorbenes Gewebe, Fremdkörper und Beläge in der Wunde, behindern die Wundheilung. Sie können die Vermehrung von Mikroorganismen begünstigen und das Einwachsen neuer Gewebe- und Hautzellen behindern.

Mit der Wundreinigung sollen diese Wundbestandteile aus der Wunde entfernt werden.  Dabei ist es wichtig, neu eingewachsenes Gewebe möglichst nicht wieder zu zerstören.

Basis aller wundreinigenden Maßnahmen ist die mechanische, feuchte Wundreinigung. Bei sehr stark belegten Wunden ist unter Umständen auch ein chirurgisches Debridement notwendig.

Laut Robert Koch Institut dürfen für die Wundbehandlung nur sterile Materialien eingesetzt werden. Leitungswasser ist nicht frei von Mikroorganismen und ist daher für die Wundreinigung ungeeignet.

Welche Möglichkeiten der Wundreinigung gibt es?

  • Aktive periodische Wundreinigung
    • Hierbei wird die Wunde mit einem, mit Wundspüllösung getränktem, sterilen Tupfer mit mäßigem Druck ausgewischt.
    • Eine „Aufweichung“ der Beläge und schonende Vorreinigung kann durch eine „Nassphase“ mit nassen Umschlägen und anschließender „Trockenphase“ mit trockenen Umschlägen erfolgen

  • Passive periodische Wundreinigung
    • Es werden Mittel eingesetzt, die für mehrere Tage als Teil des Verbands reinigend wirken können

  • Dekontamination
    • Hier werden zur Wundreinigung Mikroorganismen tötende, so genannte Antiseptika eingesetzt

  • Debridement
    • Debridement ist eine chirurgische Sonderform der Wundreinigung. Hier wird die Wunde bis in das gesunde Gewebe ausgeschnitten und avitales Gewebe vollständig entfernt.

Kann die Wundreinigung Schmerzen verursachen?

  • Ja, die Wundreinigung kann, abhängig vom angewendeten Verfahren und der subjektiven Empfindung des Betroffenen schmerzhaft sein
  • Bei auftretenden Schmerzen sollte im Vorfeld eine Analgesie (Schmerzbehandlung) erfolgen.

Muss eine Wundreinigung in jedem Fall erfolgen?

Ja, denn:

  • Durch die Verschmutzung und Mikroorganismen in der Wunde wird das Immunsystem aktiviert. Die angelockten weißen Blutkörperchen verstopfen die kleinen Blutgefäße im Wundbereich. Nährstoffe und Sauerstoff gelangen so nicht mehr in ausreichenden Mengen ins Wundgebiet. Dies führt zu einer Verzögerung oder zum Stillstand der Wundheilung.
  • Beläge und avitales Gewebe dienen als Nährboden für Mikroorganismen. Eine Vermehrung von Mikroorganismen kann die Wundheilung stoppen und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen
  • Ohne Reinigung ist die Wunde nicht beurteilbar und somit keine zielgerichtete Therapie planbar.

 

 

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